Spielvereinigung 1958 Trier - Geschichte und Tradition

Gründungsversammlung unter großem Beifall

Am 11.1.1958 fand im Gasthaus Oberbillig (Am Bildstock) eine Gründungsversammlung für einen neuen Sportverein statt. Die genaue Anzahl der erschienenen Gründungsmitglieder ist nicht bekannt, wohl aber, dass der neue Sportverein, der noch gar keinen Namen hatte, schon stolze 78 Mitglieder zählte. Beweggrund zur Gründung war wohl der neu adaptierte Sportplatz in Trier-Feyen, der heute noch sowohl von der DJK St. Matthias als auch von der Spielvereinigung genutzt wird. Als Versammlungsleiter fungierte Herr Piofka. Als Vertreter für den Stadtverband für Leibesübungen war Herr Hemmerling erschienen, ebenso wie der Vorsitzende des Siedlervereins, Herr Fritz Nickel. In das Amt des 1. Vorsitzenden wurde Herr Anton Oberbillig gewählt, 2. Vorsitzender wurde Herr Willi Piofka. 1. Schriftführer Heinrich Franzen, 2. Schriftführer Franz-Josef Hontheim. Claus Wagner und Paul Marx wurden zum 1. und 2. Kassenwart gewählt. Als Beisitzer wurden Josef Herrig, Adolf Mock, Hans Anton und Heinrich Schmitt von der Versammlung unter großem Beifall gewählt. Der neue Sportverein erhielt den Namen „Spielvereinigung 1958 Trier“. An die Tradition des Medardser Fußballvereines „FC Hansa“ anknüpfend wurden die Vereinsfarben auf rot und weiß festgelegt. In der Vorstandssitzung vom 15.1.1958 wurden folgende Beiträge festgelegt: Schüler bis 14 Jahre 30 Pfennige, 14 – 18 Jahre  50 Pfennige, ab 18 Jahre 1 DM monatlich.

So viel über Fakten aus Zeiten, in denen Fußballklubs mit heute selig klingenden Beiträgen auskommen mussten.


Erste Spiele - Höhen und Tiefen


Laut Chronik gab es anfänglich durch die teilweise unerfahrenen Vorstandsmitglieder einige Turbulenzen. Doch von der Euphorie getragen festigte sich das Vereinswesen immer mehr. Erster Trainer des Vereins war ein Herr Weishaupt. Am 4.5.1958 war es dann soweit: Mit 22 Aktiven und zusammen vier Fahrzeugen bewegte man sich nach Pfalzel zum ersten Freundschaftsspiel. Um 13 Uhr spielte zuerst die 2. Mannschaft in folgender Besetzung: Hontheim, Blau, Hendle, Schmitt, Mohr, Knoblauch, Schuler, Depuhl, Schmitt, Kropp, Gnad. Das Spiel wurde mit 1 : 0 gewonnen. Um 15 Uhr trat dann die 1. Mannschaft der Spvgg gegen Pfalzel I an mit folgender Aufstellung: P. Marx, Naunheim, Wintrath, Schmidt, E. Schmitt, Herschler, Barzen, Lenninger, Becker, Schmitt H., Hontheim und P. Maas. Dieses Spiel wurde mit 2 : 1 gewonnen. Laut Chronik trat man nach gemütlichem Zusammensein in der Klosterschänke in Pfalzel gegen 24 Uhr die Heimreise an.

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SpVgg Baracke - Konrad-Adenauer-Brücke - Vereinsheim

Nicht nur die Vereinsfarben rot/weiß haben eine Verbindung zu den Medardsern. Denn durch eine Besonderheit verfügte die SpVgg über eine Baracke. Diese Baracke war ursprünglich Aufenthalts-bzw. Schlafraum für die auswärtigen Arbeiter beim Bau der Konrad-Adenauer-Brücke 1972 bis 1973. Mit dem Abbau und Errichtung auf dem Sportplatz Feyen war praktisch der Grundstein des heutigen Vereinsheims gelegt mit immerhin etwa 35qm Gastraumfläche. Das jetzige Vereinsheim wurde 2000/2001 um die doppelte Grundfläche in Steinbauweise erweitert.

Damen Gymnastik, Ende erste Epoche Jugendarbeit

Aus der Gründungszeit gäbe es sicher noch viele Anekdoten zu erzählen, die sich allerdings auch noch in den weiteren Jahrzehnten fortsetzten. Zum Beispiel, dass es bis zum Jahr 2015 durchgehend auch eine Damen-Gymnastik-Abteilung der Spielvereinigung gab. Einen ersten wirklichen Einschnitt in die Historie gab es allerdings im Jahr 1985. Die bis dahin gute Jugendarbeit des Vereins seit der Gründungszeit wurde durch Mitgliedschaft in der JSG Süd, bestehend aus den Vereinen VfL Trier, SV Olewig, SSG Mariahof und der SpVgg praktisch beendet. Eine komplette C-und B-Jugend ging in den anderen Vereine auf und damit verloren.

Bis 2020 hatte der Verein also 33 Jahre keine Jugendarbeit mehr. Der erst später, 1987 zum 1. Vorsitzenden gewählte Franz-Josef Diederich war zu jener Zeit der Motor zum weiteren Bestehen nach diesem Umbruch.

Schwere Jahre

Doch sportlich sollte es danach noch bitterer für den Verein kommen. Anfang 2002 wurde mangels Spielern sogar der Seniorenspielbetrieb insoweit eingestellt, dass man sich aus der Meisterschaftsrunde des FV Rheinland abmelden musste. Erst im Mai 2005 wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Der Verein musste in der D-Liga wieder neu anfangen und feierte hier gleich wieder den Aufstieg in die C-Liga. Einem erneuten großen Rückschlag 2011 folgte eine erneute 2-jährige sportliche Abmeldung vom Spielbetrieb von 2012 bis 2014, um danach nochmals mit einer Kampfmannschaft durchzustarten. Dieser Neustart war durchaus von Erfolg gekennzeichnet. Man holte sich auf Anhieb eine Meisterschaft und stieg bis 2017 bis in die B-Klasse auf. Die Tatsache, dass die Spieler in neueren Zeiten immer mobiler und wechselfreudiger sind, forderte dann 2018 erneut den schmerzlichen Tribut von den nunmehrigen SpVgg „Löwen“. Mit den Löwen als Vereinssymbol schließt sich geschichtlich gesehen bis zur Gegenwart auch ein Kreis, der im Folgenden noch beschrieben wird. Denn es war viel Ausdauer nötig, um die völlig darniederliegende SpVgg 1958 Trier e.V. überhaupt als Verein zu erhalten.

2020 – Neustart mit Jugendarbeit

Nach 2 Jahren des zum 3. Male eingestellten Spielbetriebs stieg nämlich der Löwe wie der Phönix sprichwörtlich aus der Asche. Der einzig noch verbliebene Aktive Peter Oberbillig der SpVgg traf im November 2019 mit Gregory Awender, Christian Guth und Mohammed Fatollahzadeh zusammen. Awender, wohnhaft unweit der Spielstätte in Feyen sowie Guth und Fatollahzadeh, ihrerseits ein erfolgreiches Jugendtrainer-Duo bei der Eintracht Trier waren Feuer und Flamme für die Idee, den Verein neu erstehen zu lassen. Man packte zusammen an und ließ das Vereinsheim mit einer Neuadaption sprichwörtlich aus den privaten Geldtaschen und viel Herzblut neu erstrahlen. Mit Awender als 1. Vorsitzenden, Stellvertreter Fatollahzadeh, Guth als Schriftführer und Peter Oberbillig als Kassenwart gab es schlagartig wieder einen handlungsaktiven Vorstand, der nach harter Arbeit auch in Medien von sich reden machte.

Es war genau in jener Zeit, in denen Deutschland und der Fußball wegen der Corona-Krise 2020 stillstand. Am 29.04.2020 erschien im FuPa.net Volksfreund, einem digitalen Fußballmedium selbst zur Überraschung vieler Fußball-Insider in Trier die offizielle Ausrufung eines kompletten Neustarts mit 2 D-Jugendmannschaften. Diesmal sollte es allerdings ähnlich kommen, wie wohl auch zur Gründungszeit 1958: Motivierender Zuspruch von vielen Seiten und Leute, die mit anpackten, um den Verein auf dieser hervorragenden Anlage in Trier-Feyen endlich wieder auf breite Beine zu stellen. Es fanden sich neben begeisterten und talentierten Kindern auch wohlwollende Eltern, Gönner, Sponsoren sowie weitere Hände, die im Hintergrund in allen organisatorischen Bereichen zu Werke gingen. Bereits 3 Monate später gesellte sich noch eine E-Jugend dazu. Der Anspruch, die Kinder im Fußball auf Leistungsstufe zu trainieren wurde bereits in den ersten Trainings sichtbar und verbreitete sichtbare Begeisterung unter den Eltern, die sich für die Spielvereinigung entschieden hatten. Wie beim Vereinsheim wurde nun auch daran gearbeitet, dem Verein auch in der digitalen Welt einen modernen, informativen, zukunftsorientierten und professionellen Auftritt zu verleihen. Die Spielvereinigung 1958 Trier blickt somit interessanten und sehr aktiven Jahren mit höchster Intensität entgegen. Man verfügt nun als einer der wenigsten Klubs im Großraum über einen sehr gepflegten Naturrasen- und Kunstrasenplatz. Ein sportliches Kontaktnetzwerk, welches die allermeisten Optionen offen lässt, eröffnete schlagartig die Möglichkeit, neu geborene Schlagwörter insbesondere für digitale Medien, nämlich: #LöwenFußball und #LöwenNachwuchs in Trier neu zu positionieren und zu manifestieren.

Die Zeichen für den Löwen stehen damit auf „Angriff“.

Kontinuität durch unbeugsame Vereinstreue

Die Existenz des Vereins ist seit seiner Gründung untrennbar mit den Namen Oberbillig und Diederich verbunden. Gründungsvorsitzender Anton Oberbillig und Franz-Josef Diederich trugen über mehrere Jahrzehnte die Spielvereinigung 1958 gerade durch sportlich düsterste Zeiten. In den letzten Jahren war es dann der Neffe von Anton Oberbillig - Herr Peter Oberbillig, welcher diesen Verein – und nicht nur Diesen – am Leben erhielt.

Der Löwe – wenn es darauf ankommt!


Warum ausgerechnet ein Löwe als Leitsymbol für einen Fußballverein? Dies hat direkt mit dem 13. Mai 2009 und Peter Oberbillig zu tun. In einem gesundheitlichen Akutfall, bei dem rund um dieses Datum sein eigenes Leben auf der Kippe stand, musste Herr Oberbillig eine Zwangspause auch vom Verein einlegen. Sein schwieriger Weg zurück in ein halbwegs normales Leben forderte vor allem: Die Tugenden, niemals aufzugeben, mit stetem Kampfgeist und eisernem Glauben an sich selbst durchzuhalten. In Peter Oberbillig, noch dazu im Sternzeichen Löwe geboren, festigte sich seine Identifikation mit dem Löwen. Stolz darauf, hart im Nehmen zu sein, und wenn es noch so aussichtslos erscheint, Stärke und Souveränität zu beweisen. Der kreative Peter Oberbillig meißelte aus der Idee die Vorstellung eines Löwenkopfes als Logo. Mit einer Rockband aus NRW komponierte man eine Vereinshymne mit dem Titel: „Bis ans Ende der Welt!“. Frei nach dem Motto: „Wenn du nichts mehr hast, als gerade noch dein Leben, dann mach‘ etwas draus!

Die Vereinsgeschichte und die neu erschaffene Vereinssymbolik des Löwen in Rot/Weiß steht für  zwei Leitsätze, welcher sich ein „Fußball-Löwe“ der SpVgg 1958 Trier immer bewusst sein sollte:

Wir kämpfen wie die Löwen, weil wir niemals aufgeben! und… Das Leben selbst besteht nicht nur aus Fußball!    

Trier, Juni 2020
Der Vorstand  

Die Vorsitzenden seit 1958:

1958 – 1959 Anton Oberbillig
1959 – 1960 Heinz Schneider
1960 – 1968 Karl Hamm
1968 – 1969 Hans Wintrath
1969 – 1971 Karl Hamm
1971 – 1972 Anton Oberbillig
1972 – 1973  Hans Wintrath
1973 – 1978 Paul Kropp
1978 – 1984 Hans Wintrath
1984 – 1987  Heinz Lamarché

Neuzeit

1987 – 1995         
Franz-Josef Diederich
1995 – 1997 Willi Rinnenburger
1997 –  2016 Franz-Josef Diederich
2016 –  2019 Peter Oberbillig
2019 - … Gregory Awender